 Foto: Björn Korte, DM Im Rahmen des Schwerpunktes "Sozial kompetent" verbringen die Schüler/innen zurzeit Praktikumstage in verschiedenen sozialen Einrichtungen. Die „Dattelner Morgenpost“ berichtete von einem Praktikantenbesuch vor Ort:
Die Olfener Wolfhelm-Gesamtschule will Schüler, die die Schule nach Klasse 10 voraussichtlich verlassen werden, fit machen für den Einstieg in die Berufsausbildung und setzt dazu unter anderem auf Halbjahresprojekte, in denen die Schüler Kompetenzen entwickeln und Begabungen entdecken sollen. Momentan läuft ein Sozialprojekt, an dem 21 Jugendliche der neunten Jahrgangsstufe teilnehmen. Tobias Gerber aus Datteln ist einer von ihnen. „Wir wollen die Schüler mit sozialen Berufen vertraut machen. Das bringt sie in ihrer Entwicklung unheimlich weiter“, sagt Gesamtschullehrerin Anke Käding. Im nächsten Halbjahr wird es um Handwerksberufe gehen. Zurzeit absolvieren die Schüler vier Praktikumstage in Altenheimen, Kindergärten oder bei Pflegediensten. Zur Vorbereitung aufs Praktikum hatte Anke Käding Experten aus Gesundheitsberufen in den Unterricht eingeladen, die von ihrer Arbeit mit behinderten, pflegebedürftigen oder kranken Menschen berichteten. An einem Tag nahmen die Schüler im Rollstuhl Platz, um zu erfahren, wie schwierig die Fortbewegung damit sein kann. Es gehe in den Praktika nicht nur um Berufsorientierung, erläutert Anke Käding, sondern auch darum, die Bereitschaft zu sozialem Engagement zu wecken. Unterstützt wird das Projekt mit Fördergeldern der Stiftung "Partner für Schule".  Nur Fliegen ist schöner: Tobias Gerber schubst die Nestschaukel im Garten der katholischen Kita St. Marien im Dümmer an. Alexander, Rebecca, Victoria, Amy und Thijs (v.li.) haben ihren Spaß. Foto: Korte Tobias Gerber hat einen Praktikumsplatz in der Kita St. Marien im Dümmer erhalten – und ist richtig begeistert. „Mit Kindern spielen macht einfach Spaß“, sagt er. Auch wenn das schon mal anstrengend werden kann, an einem knapp achtstündigen Arbeitstag. Von Kita-Leiterin Marlies Goerke gibt‘s nur Lob für den Praktikanten. „Ein junger Mann im Kindergarten tut den Kindern gut. Kinder brauchen schließlich auch männliche Vorbilder, aber davon gibt es in Kindergärten und in Grundschulen ja leider nur wenige.“ Vor allem die Jungs hängen sich an ihn, hat Tobias prompt gemerkt. „Die wollen am liebsten den ganzen Tag mit mir Fußball spielen.“Auch wenn ihm die Arbeit in der Kita Spaß macht, beruflich hat Tobias Gerber anderes vor. „Ich will irgendwas im handwerklichen Bereich machen, da bin ich begabter“, sagt er. Dennoch sei das Praktikum nicht für die Katz. „Ich sammele Erfahrung im Umgang mit Kindern.“ Und die könne er gut gebrauchen. Tobias Gerber spielt nämlich nicht nur Hockey in der Regionalligamannschaft eines Dortmunder Klubs, er engagiert sich auch ehrenamtlich im Verein – als Trainer von zwei Jugendmannschaften. (Dattelner Morgenpost vom 04. Juni 2010, Björn Korte) |