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Die Teilnahme am jährlichen Landes- und Bundeswettbewerb Philosophischer Essay ist mittlerweile für die Schülerinnen und Schüler der Philosophiekurse der Wolfhelm-Gesamtschule zur Tradition geworden. In diesem Jahr war ihr Bemühen besonders erfolgreich.
So wurden erstmalig fünf Teilnehmer mit einer Urkunde für einen überdurchschnittlich guten Essay ausgezeichnet: Pia Burghoff, Simon Hölscher und Anna Wunderlich aus der Stufe 12 sowie Alina Lesnik und Lena Roark aus der Stufe 13. Lenas Essay zu dem Buchtitel des Regisseurs Christoph Schlingensief „So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein!“ gelangte sogar unter die ersten zehn Plätze. Eine sehr erfreuliche Auszeichnung für den sprachlich und inhaltlich anspruchsvollen Essay der Abiturientin, die im Anschluss an ihre Schulzeit ein geisteswissenschaftliches Studium plant. Mit den Sätzen „Wenn man nicht immerzu behält, dass das Leben im Hier viel schöner ist, als alle himmlischen aber ungewissen Versprechungen, dann kann man auch der Angst vor dem Tod nicht trotzen und, was vielleicht schlimmer ist, dann wird man sein ganzes Leben verrinnen lassen, bevor man erkennt, dass es schön ist. Und beides zusammen würde doch das Leben entgegen seiner Natur zu einem sehr traurigen machen.“ schließt sie ihre Ausführungen und gibt damit dem krebskranken Schlingensief Recht mit seiner Apotheose des menschlichen Lebens. Auch Simon Hölschers Essay wurde von der Jury besonders gelobt. Er hat sich ebenfalls mit dem Buchtitel Schlingensiefs auseinandergesetzt und diesen als Ausgangspunkt einer zum Teil scharfen Medien- und Gesellschaftskritik genommen: „Immer mehr Menschen stehen zunehmend orientierungslos neben einer Gesellschaft, die immer schneller wird und sich dabei von Innen aushöhlt, während sie nach Außen immer schillernder wird.“ Doch Simon präsentiert auch einen Lösungsvorschlag: „Das Leben bedarf des Dialogs über sein Ende, um nicht langweilig oder sinnlos zu werden.“ Ein Einstieg in einen solchen Dialog ist Lena, Simon, Pia und Anna mit ihren Essays gelungen, denn ihre Ausführungen regten nicht nur die Wettbewerbs-Jury, sondern auch die Mitschülern im Unterricht zum Nachdenken an. Hieran lässt sich die Zielsetzung des Wettbewerbs gut verdeutlichen: Die Schülerinnen und Schüler sollen im Sinne Kants, der auf den Urkunden zu sehen ist, zu eigenständigem und kritischem Denken motiviert werden. Alina Lesnik wählte ein anderes Thema und prüfte in ihrem Essay den Leitsatz Sokrates‘ „Ich weiß, dass ich nichts weiß“. Sie gelangt zu dem Resultat, dass die Aussage selbst in unserer Wissensgesellschaft nichts von ihrer Aktualität verloren habe: „Auch wenn sich der Mensch noch so anstrengen würde sich alle Kenntnisse anzueignen bzw. der Ansicht ist, dass das Wissen wahres Wissen ist, würde er niemals alles überblicken.“ |